Niederschlag
 

Niederschlag kann in verschiedenen Formen zu Glätte führen. Am wichtigsten sind Schnee, Glatteisregen und Hagel. In welcher Form der Niederschlag fällt, wird durch die Temperatur zwischen Wolkenuntergrenze und Erdoberfläche bestimmt. In den Wolken selbst besteht der Niederschlag in den meisten Fällen aus Schnee, auch im Sommer. Liegt die Temperatur in der Luftschicht wischen Wolke und Erdboden deutlich oberhalb von 0 Grad, schmilzt der Schnee und es regnet.

 

Schnee

Wenn zwischen den Wolken und dem Erdboden überall Frost herrscht, kann der Niederschlag den Erdboden in seiner ursprünglichen Form als Schnee erreichen.

Eine Schneedecke kann sich bei Straßenoberflächentemperaturen über und unter 0 Grad bilden. Bei einer Luft- und Straßenoberflächentemperatur über 0 Grad sorgen Schneeschauer nur kurzzeitig für Glätte. Durch den schmelzenden Schnee auf der Straße nimmt zwar die Oberflächentemperatur schnell bis zum Gefrierpunkt ab. Anschließend sorgt aber die Wärme aus der Luft sowie aus dem Erdboden für ein Abtauen der Schneedecke.

Tritt diese Situation abends und oder nachts auf und der Himmel klart nach dem Schneefall auf, dann kühlt die Straßenoberfläche schnell ab. Glätte durch Gefrieren von Nässe und Schneematsch ist sehr wahrscheinlich.

Bei anhaltendem Schneefall und Temperaturen um oder unter dem Gefrierpunkt ist verbreitet Glätte durch Schnee und Schneematsch zu erwarten. Durch den Straßenverkehr wird der Schnee allmählich komprimiert und es entstehen kompakte Eisflächen und damit außerordentlich starke Glätte. Am effektivsten wird die Bildung solcher Eisflächen durch den Präventiveinsatz von Salz verhindert.

Wird versucht, Schnee mit Hilfe von Salz zu entfernen, sinkt die Temperatur der Straßenoberfläche. Es entsteht nämlich ein kälteerzeugendes Gemisch aus tauendem Schnee und Salzwasser. Der Rückgang der Oberflächentemperatur kann dabei für andere Glätteformen sorgen. Schnee beseitigt man daher am besten mit Hilfe von Schneepflügen.

Auch in den Fällen, bei denen der Niederschlag als Regen beginnt und allmählich in Schnee übergeht, kann es zunächst zu Schneematsch und im weiteren Verlauf zu Schneeglätte und Eisglätte kommen.

Ob der Niederschlag als Regen oder Schnee am Boden ankommt, hängt neben der Temperatur auch von der Intensität und Dauer des Niederschlags ab. Den vom Niederschlag durchsetzten Luftschichten wird durch Verdunstung Wärme entzogen. Ist die Luft sehr trocken, kann durch Verdunstung relativ viel Wärme entzogen werden und die Temperatur in der Luftsäule unterhalb der Wolken geht rasch auf Werte um 0 Grad zurück. Vor allem wenn starker Niederschlag einsetzt, muss in diesem Fall mit Schnee gerechnet werden.

Ein Spezialfall ist sogenannter Schneegriesel. Dabei fallen aus einer tiefhängenden, relativ dünnen Wolkenschicht kleine Schneekörner oder Schneeflocken (mit Sprühregen vergleichbar). Die Intensität ist meist so gering, dass nur Mengen um 1 cm Schnee zusammenkommen. Zudem kann Schneegriesel regional sehr begrenzt sein. Vor allem Ballungsgebiete, die als Wärme- und Feuchteinseln wirken, sind von solchen Niederschlagsprozessen betroffen.

 

Glatteisregen

Die Entstehung von Glatteisregen ist nur bei bestimmten Wetterlagen möglich. Und zwar immer dann, wenn nach einer Frostperiode mildere Luft heranweht und der Boden noch gefroren ist.

Glatteisregen entsteht, wenn nach einer Frostperiode mildere Luft heranweht und der Boden noch gefroren ist.

In der Regel nähert sich mildere Luft in Form einer Warmfront. Die Warmluft kommt dabei zuerst in den höheren Luftschichten an. Gibt es nun eine dicke Luftschicht mit einer Temperatur über 0 Grad, die ausreicht, um den fallenden Schnee zum Schmelzen zu bringen und ist der Erdboden gleichzeitig noch gefroren, kann der nun als Regen fallende Niederschlag am Boden wieder gefrieren und es entsteht Glatteis.

Dabei kann die Lufttemperatur am Erdboden auch etwas über 0 Grad betragen. Besonders gefährlich ist die Situation aber, wenn die Lufttemperatur in den untersten Luftschichten noch unter 0 Grad liegt. Dann regnet es bei leichtem Frost und an nahezu allen Gegenständen sowie am Boden lagert sich Eis an. Im Volksmund spricht man hier oft von ‚Blitzeis‘. Diese Glätteform ist extrem gefährlich, da die Oberfläche so glatt sein kann, dass sogar zu Fuß kaum ein Vorankommen möglich ist. Gleichzeitig ist das durchsichtige, farblose Eis nur schwer zu erkennen.

Es gibt noch eine weitere Wetterlage, bei der Glatteis durch Regen auftreten kann. Am Rande von Hochdruckgebieten kann in den untersten Luftschichten kalte Frostluft heranwehen, während es in höheren Luftschichten deutlich wärmer ist. Häufig bildet sich dabei eine tiefhängende, geschlossene Schichtbewölkung, die in der Meteorologie auch als Hochnebel bezeichnet wird.

Aus dieser Bewölkung können ebenfalls unterkühlte Tröpfchen fallen. Die Tröpfchen sind zwar meistens recht klein und die Intensität nur gering, aber auch dieser Nieselregen oder Sprühregen kann auf gefrorenem Boden zu erheblicher Glätte führen.

Ob Niederschlag letztendlich als Schnee, Schneeregen oder Glatteisregen fällt, hängt also maßgeblich von der vertikalen Temperaturschichtung ab. Mit Hilfe von Radiosondenaufstiegen kann der Meteorologe die genaue Temperaturverteilung in der Höhe verfolgen und beurteilen.

 

Hagel und Graupel

Hagel besteht aus Körnern mit einem Durchmesser von einigen Millimetern bis zu einigen Zentimetern. Ein Hagelkorn ist kein gefrorener Regentropfen. Er besteht in der Regel aus mehreren dünnen Lagen Eis. Hagel entsteht in Wolken, in denen starke Auf- und Abwinde vorkommen.

Durch diese Auf- und Abwinde stoßen die Eiskristalle gegeneinander und wachsen zusammen. Befinden sich in den Wolken zudem unterkühlte Tropfen, so kann sich um diese Schneekristalle eine Eisschicht bilden. Es entsteht ein kleines Hagelkorn. Ein solches Hagelkorn kann innerhalb der Wolken mehrmals in Auf- und Abwindzonen gelangen und dabei enorme Größen erreichen. Irgendwann siegt dann die Schwerkraft und der Hagel fällt zu Boden.

Starke Auf- und Abwinde, die mehrere Meter pro Sekunde betragen können, kommen hauptsächlich in Schauer- und Gewitterwolken vor. Hagelschauer entstehen vor allem im Sommer, wenn die Temperatur an der Erdoberfläche sehr hoch ist, während die Wolkenspitzen extrem kalt sind. Gleichzeitig können die Wolkentürme eine Höhe von über zehn Kilometer Höhe erreichen.

Im Winter treten in der Regel sogenannte Graupel- oder Frostgraupelschauer auf, deren weiße Eiskörner Hagel recht ähnlich sehen.

Hagel- oder Graupelschauer sind meist nur von kurzer Dauer, doch sinkt die Temperatur während des Schauers sowohl in der Luft als auch am Erdboden rasch bis in Gefrierpunktnähe. Bei kräftigem Niederschlag kann die Fahrbahn sehr glatt werden. Hagel und Graupel fallen in der Regel in Luftmassen mit Bodentemperaturen über 0 Grad, so dass Glätte meist nur vorübergehend auftritt. Die Tatsache, dass bei einer solchen Schauerwetterlage meist mehrere kleinräumige Schauer auftreten, macht eine genaue lokale Prognose des Glätteereignisses schwierig.

Klart der Himmel abends oder in der Nacht nach einem Schauer auf, kommt es oft zu Glätte durch gefrierende Nässe.