Bodenwärme
 

Der Temperaturgang direkt an der Oberfläche ist unter anderem abhängig von den Temperaturverhältnissen in den ersten Schichten des Erdbodens selbst. So ist zu Beginn des Winters die Temperatur in 20 bis 50 cm Tiefe meist höher als die Temperatur der Straßenoberfläche. Der Boden bildet ein Wärmereservoir und wirkt so der Abkühlung der Oberfläche entgegen. Es bildet sich bei leichtem Frost nur selten Reif.

Nach einer kalten Wetterperiode gibt es nur noch einen sehr geringen Wärmestrom von unten nach oben. So kann der Boden beispielsweise in 2 bis 20 cm Tiefe immer noch gefroren sein, während die Oberfläche vorübergehend auftaut. Liegt die Lufttemperatur nachts bei 0 Grad und ist Feuchtigkeit vorhanden, kann sehr schnell Glätte entstehen. Fällt nachts bei Lufttemperaturen zwischen 0 und 1 Grad Regen, kann es bei solchen Verhältnissen zu starkem Glatteis kommen. Der knapp unter der Oberfläche gefrorene Boden unterstützt die erneute Vereisung an der Oberfläche.

Entscheidend für die Glättebildung ist auch die Wärmeleitfähigkeit des Straßenbelages. Pflastersteine sind beispielsweise gute Wärmeleiter. So wird im Frühwinter einer rasch einsetzenden Glätte entgegengewirkt, da Wärme aus dem Erdboden nach oben geleitet wird. Im Spätwinter oder nach kalter Vorwitterung wird dagegen der Schnee- und Eisansatz begünstigt, da eine gute Verbindung zum kalten oder gar noch gefrorenem Erdboden besteht.

Exponierte Wege sowie Rampen und Brücken besitzen ein deutlich kleineres Wärmereservoir als Straßen auf ‚festem‘ Untergrund und kühlen dadurch schneller ab. Diese Straßenabschnitte sind wesentlich glätteanfälliger.