Taupunkt
 

Wie bereits behandelt, ist die in der Luft enthaltene maximale Menge Wasserdampf stark von der Temperatur abhängig. Luft einer bestimmten Temperatur kann nur eine bestimmte Menge Wasserdampf aufnehmen.

Kühlt man Luft soweit ab, bis der in ihr enthaltene Wasserdampf anfängt zu kondensieren (Tröpfchenbildung), ist die sogenannte Taupunkttemperatur oder der Taupunkt erreicht. Die relative Luftfeuchtigkeit beträgt dann 100 Prozent. So kann man jeder ‚feuchten‘ Luft eine berechnete Taupunkttemperatur zuordnen, bei der die Feuchtigkeit anfängt zu kondensieren. Von Wetterstationen wird in der Regel immer Temperatur und Taupunkttemperatur gemeldet.

Auch beim Entstehen von Glätte ist die Taupunkttemperatur sehr wichtig. Sie dient als Anhaltspunkt, bei welcher Temperatur sich durch Kondensation Feuchtigkeit auf der Straßenoberfläche niederschlagen kann. Die Kondensation kommt nämlich erst dann in Gang, wenn die Straßenoberflächentemperatur unter der Taupunkttemperatur der Luft liegt.

Kommt ein Brillenträger im Winter von draußen in die warme Kneipe, so beschlagen die Gläser. Die Glasoberfläche ist so kalt, dass sich der in der warmen Luft enthaltene Wasserdampf auf dem Glas als Wassertropfen niederschlagen kann. Das heisst die Taupunkttemperatur der Kneipenluft liegt höher als die Temperatur der Brillengläser. Im Laufe der Zeit erwärmt sich die Brille dann und sobald die Temperatur der Gläser oberhalb der Taupunkttemperatur liegt, setzt Verdunstung ein. Die Wassertropfen können wieder von der Umgebungsluft aufgenommen werden. Genau der gleiche Effekt tritt beim Beschlagen eines frisch gefüllten Bierglases auf.

Die Taupunkttemperatur ist ein absolutes Maß für den in der Luft enthaltenen Wasserdampf. Luft mit einem niedrigen Taupunkt enthält relativ wenig Feuchtigkeit. So werden beispielsweise in extrem trockener Luft in Wüstengebieten Taupunkte um 0 Grad gemessen, während die Lufttemperatur gleichzeitig über 40 Grad liegt. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt dann unter fünf Prozent.