Schneefallgrenze
 

Je nach Temperaturverhältnissen in der Atmosphäre und der Wolkenhöhe sind in der Wolke vorhandene Niederschlagspartikel als Schneeflocken oder Eiskristalle vorhanden. Die Angabe der Schneefallgrenze bezieht sich immer auf Meter über Normalnull.
Verschiedene Voraussetzungen können gegeben sein, dass in der Wolke vorhandene Schneeflocken auch am Erdboden als Schnee ankommen:

  • Bei Frost in allen Luftschichten - vom Boden bis zur Wolkenobergrenze - fällt der Niederschlag in der Regel als Schnee.
  • Bei einer Feuchttemperatur von unter Null Grad in den Luftschichten zwischen Erdboden und Wolkenuntergrenze fällt in der Regel Schnee.

Nicht nur die Temperatur spielt also eine Rolle, sondern auch die Feuchtigkeitsverhältnisse zwischen Erdboden und Wolkenuntergrenze.
Trifft die Schneeflocke auf Luftschichten mit positiven Temperaturen so beginnt der Schmelzvorgang. Bei diesem Prozess wird der Umgebungsluft jedoch Wärme entzogen. Die Schneeflocke wirkt in diesem Fall wie eine Kältequelle. Die durch Schneefall bewirkte Abkühlung der Luft hängt von der Intensität des Niederschlages sowie des Feuchtigkeitsgehaltes der Luft ab.
Viele und große Schneeflocken kühlen die Luft schnell ab, da sie eine relativ große Sinkgeschwindigkeit haben.
Ist die Luft sehr trocken, kann mehr Schnee bzw. Wasser aufgenommen werden als in sehr feuchter Luft, z.B. bei Nebel. Wird zu Beginn des Niederschlagsvorgangs sehr viel Schnee in der Luft geschmolzen, ist die Abkühlung der Luft sehr groß und kann durchaus 5 Grad und mehr betragen.
Durch diesen Effekt können auch bei deutlichen Plustemperaturen Schneeflocken am Erdboden ankommen. Alleine durch starken Schneefall in trockener Luft kann die Temperatur jedoch unter den Gefrierpunkt zurückgehen und es bildet sich rasch eine geschlossen Schneedecke.
Bei länger andauernden und kräftigen Niederschlägen im Bergland kann die Schneefallgrenze auch im Sommer stark sinken und in den Alpen zu winterlichen Straßenverhältnissen führen.